FOCUS-MONEY Heft 37/2025 Mietkautionspolicen
Wer die Kaution nicht aus eigenen Rücklagen zahlen will, kann alternativ zur sogenannten Mietkautionspolice greifen. Welche Tarife aktuell das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten
Wohnen ist ein Menschenrecht. Für Bundeskanzler Friedrich Merz ist daher bezahlbares Wohnen „eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit“. Alles richtig! Aus Sicht von Jan van Aken, Co-Vorsitzender der Linken, aber unternimmt der Kanzler gerade nichts, dass Wohnraum in Deutschland auch bezahlbar bleibt. Sehendenden Auges lasse die Bundesregierung des Bundeskanzlers zu, dass Millionen von Menschen nicht mehr wüssten, wie sie ihre Miete bezahlen sollten. Auf der anderen Seite würden Immobilienkonzerne „mit dreisten Tricks und Lügen“ Mieterinnen und Mietern immer mehr Geld aus der Tasche ziehen. „Es muss Schluss damit sein, dass Wohnungskonzerne die arbeitenden Menschen ausbeuten“, fordert van Aken. Leichter gesagt als getan. Was aber hilft gegen den grassierenden Mietwucher? Kai Wegener, Berlins Regierender Bürgermeister, etwa hat sich angesichts von Wohnungsmangel und hoher Mieten für eine stärkere Regulierung des Wohnungsmarkts in Deutschland ausgesprochen. Außerdem soll die neue Prüfstelle für Mieten in Berlin Wuchermieten entgegenwirken. Und die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus hat sogar schon ein Vergesellschaftungsrahmengesetz aus der Tasche gezaubert, um den Anstieg der Mietpreise in der Bundeshauptstadt einzudämmen. Mieten eilen davon. Genützt aber haben die politischen Vorstöße bislang nichts. Und so kennen die Mietpreise in Deutschland weiterhin nur eine Richtung: bergauf! Im Vergleich zu den ersten drei Monaten dieses Jahres kletterten die Neubaumieten im zweiten Quartal bundesweit um 0,8 Prozent. Diese Bilanz zieht der „IW Wohnindex“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Besonders kräftige Preiszuwächse verzeichneten im ersten Halbjahr 2025 die Citys Düsseldorf, Frankfurt am Main und Essen mit einem Plus von 6,3 und 6,1 sowie 6,1 Prozent. Stark zulegen konnten neben Leipzig (plus 4,6 Prozent) auch Dortmund und München mit jeweils 4,2 Prozent. Nicht viel preiswerter präsentierten sich Hamburg und Köln mit einem Zuwachs der Mieten von jeweils vier Prozent. Damit bleibt der Mietmarkt angespannt. Bei den durchschnittlichen Kaltmieten pro Quadratmeter ganz oben rangierten im zweiten Quartal 2025 laut Experten des Berliner Forschungsinstituts Empirica die Bayernmetropole München, die Landkreise München und Starnberg sowie das hessische Banken-Mekka Frankfurt am Main mit 22,63 Euro, 21,13 Euro und 20,24 Euro respektive 19,75 Euro.
Was im Hinblick auf die aktuellen Mieten in angesagten, beliebten Städten Unsummen für eine Kaution verschlingt. Ein Beispiel: Wer heute mit viel Glück eine Neubauwohnung in München Stadt mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern ergattert hat, muss laut Empirica im Schnitt eine Kaltmiete von 2263 Euro pro Monat hinblättern. Daraus erwächst eine Kaution von 6789 Euro – ein Batzen Geld! Kleiner Trost! Wer die Summe nicht auf einmal stemmen kann oder will, darf die Mietkaution in drei Raten abstottern – was der Vermieter nicht ablehnen darf. Die erste Rate ist dabei zu Beginn des Mietverhältnisses fällig. Die übrigen zwei in den Monaten danach (§ 551 Abs. 2 BGB).
Für alle Neumieter, die ihre Mietkaution nicht aus eigenen Rücklagen begleichen wollen, gibt es heute neben der Bankbürgschaft – auch Bankaval, Avalkredit oder Mietaval genannt – als Alternative zur klassischen Barkaution sogenannte Mietkautionsbürgschaften, bekannt auch als Mietkautionspolicen. Nur, welche Policen sind heute wirklich ihr Geld wert? Dieser Frage sind die Fachleute des DFSI jetzt für FOCUS MONEY nachgegangen und haben die aktuell am Markt verfügbaren Tarif- Offerten für Mietkautionspolicen anhand von insgesamt 40 essenziellen Einzelmerkmalen und Prämien akribisch untersucht.

