FOCUS-MONEY Heft 17/2025 Krankentagegeld-Tarife
REFERENZ 16.04.2025

FOCUS-MONEY Heft 17/2025 Krankentagegeld-Tarife

Die Finanzlücke zum Nettoverdienst schließt bei Krankheit eine sogenannte Krankentage- geld-Versicherung. Welche Tarife Kunden aktuell das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten

Schlechte Nachrichten für alle Arbeitgeber hierzulande: Krankheitsbedingte Ausfälle der Belegschaft sind nach wie vor hoch. Arbeitnehmer fehlten 2024 aufgrund von Malaisen im Schnitt rund 24 Tage in den Firmen. Diese für Chefs bittere Bilanz zieht eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, kurz WIdO. Sechs große Krankheitsgruppen. Rund 65 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage gingen dabei auf das Konto von sechs großen Gruppen von Malaisen: Dazu gehören Muskel-Skelett-Erkrankungen, Atemwegsbeschwerden, Verletzungen, psychische Störungen und Verhaltensstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Leiden an den Verdauungsorganen.

Bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber im Fall von Krankheit in aller Regel sechs Wochen das volle Gehalt weiter. Gesetzlich Krankenversicherte erhalten danach von ihrer Krankenkasse das sogenannte Krankengeld: Es beziffert sich normalerweise auf 70 Prozent des Bruttoeinkommens respektive maximal 90 Prozent des Nettogehalts. Pro Kalendertag bekommen gesetzlich Versicherte heuer maximal 128,63 Euro – macht auf den Monat hochgerechnet exakt 3858,90 Euro. Von dieser durchaus passablen Summe gehen allerdings noch die Arbeitnehmeranteile zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ab. Beiträge zur Krankenversicherung müssen gesetzlich versicherte Krankengeldempfänger jedoch nicht berappen. Eine Sorge weniger, nur: „Der aktuelle Höchstbetrag an Krankengeld deckt nicht die Unkosten jener Erwerbstätigen mit hohen Nettoeinkünften“, mahnt Sebastian Ewy, Fachmann beim Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) in Köln. Wer monatlich brutto weit über der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 5512,50 Euro verdient, kommt mit maximal 3858,90 Euro Krankengeld wohl eher schlecht über die Runden.

Die finanzielle Lücke zum gewohnten Nettogehalt schließt eine private Krankentagegeld-Versicherung. „Sie ist vor allem sinnvoll für abhängig Beschäftigte mit deutlich höherem Salär“, erklärt Ewy. Auch gesetzlich krankenversicherte Selbstständige, die kein Krankengeld abgeschlossen haben, brauchen eine private Krankentagegeld-Police, um die Einkünfte bei eventueller Malaise abzusichern. Beamte hingegen benötigen kein Tagegeld, da der Dienstherr deren Bezüge auch im Krankheitsfall ohne eine Frist weiterbezahlt. Auf Grundlage des Alimentationsprinzips muss der Staat nämlich seinen Dienerinnen und Dienern in allen Lebenslagen finanziell unter die Arme greifen. Und wie steht es mit der Gruppe der privat Krankenversicherten? Diese schließen in aller Regel gleich zusammen mit der Krankenpolice bei derselben Assekuranz das Krankentagegeld ab. „Was jedoch nicht zwingend ist“, betont Versicherungsexperte Ewy. Wer will, kann das Krankentagegeld auch bei einer anderen Assekuranz abschließen, zumal wenn dort der Tarif günstiger ausfällt. Egal, ob selbstständig, angestellt, gesetzlich oder privat krankenversichert: Welche Krankentagegeld-Policen aktuell top sind, haben die Experten des DFSI exklusiv für FOCUS MONEY in einer umfangreichen Analyse ermittelt.

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