FOCUS-MONEY Heft 33/2025 GKV - Finanzkraft
REFERENZ 08.08.2025

FOCUS-MONEY Heft 33/2025 GKV - Finanzkraft

Angesichts steigender Ausgaben droht der gesetzlichen Krankenversicherung 2026 ein Defizit von insgesamt vier Milliarden Euro. 2027 sollen es sogar zwölf Milliarden sein. Welche Krankenkassen – trotz finanziell angespannter Lage – dennoch wirtschaftlich gut aufgestellt sind

Die Welle der unterjährigen Beitragserhöhungen innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) will in diesem Jahr einfach nicht abflachen: Zum 1. August 2025 haben mit der großen Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), der BKK Linde und der Südzucker BKK drei weitere Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge ohne Vorwarnung erhöht. Für die mehr als 865.000 Mitglieder der bundesweit geöffneten SBK stieg der Zusatzbeitrag um 0,90 Prozentpunkte auf 3,80 Prozent. Auch die betriebsbezogene Südzucker BKK hob um 0,60 Prozentpunkte auf aktuell 2,90 Prozent an, die BKK Linde um 0,49 Punkte auf 2,99 Prozent.

Damit zählt mittlerweile knapp ein Fünftel aller Krankenkassen zu den Kassen, die 2025 schon teurer geworden sind. „Der durchschnittliche Zusatzbeitrag kletterte auf 3,11 Prozent“, bilanziert Thomas Lemke, Geschäftsführer des DFSI. Zum Vergleich: Noch im Oktober des Vorjahres hatte der GKV-Schätzerkreis 2,50 Prozent prognostiziert.

Um die Finanzmittel von AOK & Co. zumindest kurzfristig zu stabilisieren, hat die schwarz-rote Bundesregierung beschlossen, der GKV in den Jahren 2025 und 2026 zinslose Darlehen von jeweils 2,3 Milliarden Euro zu gewähren, welche die Kassen ab 2029 allerdings schrittweise über einen Zeitraum von fünf Jahren zurückzahlen müssen. Interessant in diesem Kontext ist, dass selbst das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) offen zugibt, dass mit den Krediten die Finanzierungslücke der gesetzlichen Kassen für 2026 nicht geschlossen wird – und so Beitragserhöhungen für die derzeit 58,68 Millionen zahlenden Kassenmitglieder mitnichten vom Tisch sind.

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