FOCUS-MONEY Heft 35/2025 Stationäre Zusatzversicherungen
Die Krankenkassen übernehmen für gesetzlich Versicherte bei einem Klinikaufenthalt weder Chefarztbehandlung noch ein Zwei- oder Einbettzimmer. Wer dies dennoch wünscht und das Ganze bezahlbar handhaben will, greift zur stationären Zusatzpolice. Die Top-Tarife im Überblick
Das tut schon weh! Unser Sozialsystem in Deutschland ist zwar gut ausgebaut. Und die Gesundheitsausgaben pro Kopf sind die dritthöchsten innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die 38 Mitglieder – darunter die USA und Japan – zählt. Im internationalen Vergleich jedoch können die Kliniken hierzulande deutlich weniger Geld in ihre digitale Infrastruktur und das IT-Personal investieren. Dies zumindest at testiert eine aktuelle Studie der Hochschule Osnabrück im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft in Berlin. Völlig anders hingegen sieht es in Dänemark und in den Niederlanden aus. Beide Länder gelten seit Jahren als Vorbilder bei der Digitalisierung des Krankenhauswesens. Während Krankenhäuser in Deutschland der Studie zufolge drei Prozent ihres Budgets für IT ausgeben, sind es in Dänemark schon 3,9 und in den Niederlanden sogar bereits 5,2 Prozent. Besonders deutlich fällt der Rückstand Deutschlands bei den laufenden Ausgaben für IT-Betrieb und Personal aus: Während es hierzulande 2,1 Prozent sind, nehmen Dänemark 3,6 Prozent und die Niederlande vier Prozent in die Hand.
Aufgrund von Sparmaßnahmen müssen sich Patientinnen und Patienten zudem in den kommenden Monaten vielerorts auf Einschränkungen in der Versorgung einstellen. Jedes zweite Allgemeinkrankenhaus geht nämlich davon aus, das Personal aus Geldnot reduzieren zu müssen, bilanziert eine aktuelle Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). Dies könne zu spürbaren Leistungseinschränkungen führen – etwa aufgrund vorübergehender Stationsschließungen oder Verschiebung planbarer Operationen, so das DKI. Hauptursache für diese Entwicklung seien nicht refinanzierte Kostensteigerungen der vergangenen Jahre. Den bundesweiten Mangel an Pflegepersonal bekommen die Patienten heftig zu spüren, verschlechtert sich doch evident die Qualität der Betreuung in den Kliniken.
Weder Chefarzt noch Einzelzimmer. Was dazu führt, dass AOK & Co. für ihre Versicherten keine Chefarztbehandlungen mit Erstattungen bis oder gar über der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ) tragen, ebenso wenig wie die Unterbringung in einem Einzel- oder Doppelzimmer in einer Klinik der Wahl. Wer als gesetzlich Krankenversicherter solch kostspielige Leistungen über die medizinische Grundversorgung hinaus unbedingt haben will, für den gibt es durchaus eine bezahlbare Lösung. Und die wäre eine private stationäre Zusatzversicherung. Welche stationären Policen aktuell am Markt einen gesunden Mix aus umfassenden sinnvollen Leistungen, verbraucherfreundlichen Tarifbedingungen und vernünftigen Preisen bieten, zeigt jetzt der umfangreiche Test von FOCUS MONEY. Für das Anlegermagazin haben die Experten des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln 24 Assekuranzen mit 65 Tarifen sowohl mit als auch ohne Altersrückstellung, unterteilt nach Unterbringung des Patienten im Einoder Zweibettzimmer, überprüft.

