FOCUS-MONEY Heft 05/2026 Bester LV Direktversicherer
Viele Wege führen zur Absicherung existenzieller Risiken oder zum Aufbau ergänzender Altersvorsorge. Online-Abschlüsse der Policen sind dabei auf dem Vormarsch – die besten Anbieter
Die derzeitigen tiefgreifenden Veränderungen haben die Innovationsdynamik bei den Versicherern stark erhöht. Der Wettbewerb ist intensiver geworden“, schreibt der Branchenverband GDV in seinen aktuellen „Fakten zur Versicherungswirtschaft“. Dabei gerät die Branche von mehreren Seiten unter Druck. Insbesondere für die Lebensversicherer geht es 2026 durchaus ans Eingemachte. „Der Lebensversicherungsmarkt schrumpft – und der Schwund nimmt Fahrt auf“, heißt es etwa beim Analysehaus Franke und Bornberg. „Die Beitragseinnahmen steigen zwar, doch die Vertragsanzahl schrumpft weiter.“ So sei die Anzahl der Verträge inzwischen unter die Marke von 80 Millionen gerutscht. „Das Neugeschäft reicht nicht, um den Abgang zu kompensieren – und die Aussichten bleiben herausfordernd.“ Denn nicht nur der beschleunigte Bestandsrückgang macht der Assekuranz zu schaffen. Immer noch recht hohe Kostenquoten, der digitale Wandel samt IT-Transformation der Systeme oder ein anspruchsvolleres Kundenverhalten bei Servicethemen und Produkten erschweren den Vertrieb der Policen. Neben solch eigenen Hausaufgaben werden zudem die externen Herausforderungen größer. Immer schon im Wettbewerb mit Fonds oder ETFs um das Ansparkapital der Kunden, droht die Versicherungsbranche nun auch ihr Alleinstellungsmerkmal bei der staatlich geförderten Altersvorsorge zu verlieren. Die Reformpläne der Bundesregierung sehen dazu nämlich kostengünstige, einfache und transparente Angebote vor – ohne lebenslangen Verrentungszwang. Zudem schaut die deutsche Versicherungsaufsicht BaFin den Gesellschaften immer genauer auf die Finger und scheut sich nicht, bei erkannten Missständen auch rigoros einzugreifen. Denn: „Als Aufsicht wollen wir eine innovationsund zukunftsfähige Versicherungsbranche“, schreibt sie. Dazu sieht sie jedoch einige zentrale Themen, bei denen „die Branche noch zulegen muss“. Unter anderem sei das beim Kapitalanlage-Risikomanagement, beim Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) und in Sachen Kundennutzen.
Eine dieser Baustellen bearbeitet die Branche bereits seit Jahren – durchaus mit so manchem Erfolg: Die technische Evolution unter Einbeziehung moderner Kommunikationsmittel samt neuer Zugangs- und Abschlussmöglichkeiten der Versicherungsangebote für Kunden ist schon längst im Gange – und entwickelt sich zügig weiter. Zugegeben, nicht bei allen Gesellschaften gleich gut und mit der gleichen Konsequenz.
Doch speziell die sogenannten Direktversicherer haben von vornherein auf ein Geschäftsmodell des reinen Online- Vertriebs mit digitalen Vertragsabschlüssen gesetzt. Das gilt nicht nur für Sach- und Risikopolicen, sondern genauso für Lebens- und Rentenversicherungen sowie die Arbeitskraftabsicherung. Natürlich ist dazu etwa per Telefon, E-Mail, Chat oder App jederzeit auch der persönliche Kontakt für Rückfragen oder zur Beratung möglich. Das Modell ist inzwischen fest etabliert und wird zunehmend auch von anderen Marktteilnehmern als ergänzender Vertriebsweg angeboten. Denn die Nachfrage wächst. „Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung für die Stärkung des digitalen Vertriebs im Versicherungssektor“, schreibt dazu das internationale Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte in seiner Studie „Digital Trust in Insurance“. Darin zeigt sich: Das Vertrauen in Online-Abschlüsse ist grundsätzlich vorhanden. Interessant ist zudem, dass Kunden über alle Versicherungszweige hinweg die entsprechenden Policen am ehesten online abschließen würden – eine erhebliche Diskrepanz zu den tatsächlich genutzten Vertriebswegen. Da ist für die Branche also noch viel Luft nach oben.
Das große Potenzial digitaler Abschlüsse lässt aber auch die Frage aufkommen, welche Anbieter denn im Kundeninteresse langfristig erfolgreich sind. Dies beantwortet der aktuelle Test zu den LV-Direktversicherern auf diesen Seiten.

