FOCUS-MONEY Heft 06/2026 Bester Robo-Advisor
Automatisierte Anlageprofis können Sparern helfen, ihr Vermögen professionell zu betreuen. Worauf bei den digitalen Helfern zu achten ist und was die besten Robo-Advisors auszeichnet
Unter Robo-Advice versteht man typischerweise die Unterstützung eines Kunden bei der Geldanlage mithilfe von teil- oder vollautomatisierten Systemen (etwa unter Verwendung von Algorithmen)“, definiert die deutsche Finanzaufsicht BaFin die Angebote solch digitaler Finanzdienstleistungen. Charakteristisch dafür sei, dass menschliche Eingriffe in den Beratungsprozess allenfalls in begrenztem Umfang vorhanden sind und die Investmentvorschläge auf einem Algorithmus basieren, der die vom Kunden eingegebenen Daten wie etwa Alter, Beruf, Anlageziel und individuelle Finanzlage sowie Finanzkenntnisse verarbeitet.
Das klingt alles topmodern, als sei dies erst durch den aktuellen Siegeszug der künstlichen Intelligenz (KI) möglich geworden. Dabei sind die Anbieter solcher Systeme – Robo-Advisors genannt – schon seit rund zehn Jahren am Markt. Die Idee dahinter, professionelle Vermögensverwaltung auch weniger gut betuchten Privatanlegern zugänglich zu machen, ist für viele Nutzer bestechend. Können sie doch so grundsätzlich von den Portfoliostrukturen und der Expertise hauptamtlicher Investmentmanager profitieren – schnell, einfach und günstig. Denn einerseits müssen sie sich nicht selbst ständig über die Kapitalmärkte auf dem Laufenden halten, ihre Investitionsentscheidungen mühsam eruieren und ihre Depotstruktur regelmäßig überprüfen. Andererseits aber auch nicht für viel Geld die Vermögensverwaltung an externe Manager völlig aus der Hand geben.
Dieses Modell der digitalen Anlageberater machte schnell Karriere. Zwischen 2017 und 2023 wuchsen nach Angaben der Datenbank Statista in Deutschland etwa die Nutzerzahlen rasant von knapp 23 000 auf rund 245 500, das Anlagevolumen von 190 Millionen auf 14 Milliarden Euro und der Umsatz von einer Million auf 95 Millionen Euro. Doch nach der anfänglichen Euphorie mit prognostizierten Millionen Nutzerzahlen kam der Dämpfer. So sind es 2025 knapp 267 000 Nutzer mit einem Anlagevolumen von rund 19,3 Milliarden Euro und einem Branchenumsatz von 117 Millionen Euro.
Aber immerhin, das automatisierte Modell ist inzwischen am Markt etabliert und wächst immer noch weiter – wenn auch in deutlich kleinerem Umfang als ursprünglich mal erwartet. Das Umfeld ist schwieriger geworden, vor allem das Aufkommen der Neobroker macht den Robo-Advisors zu schaffen. Dennoch hat die Branche eine treue Klientel und schafft es weiterhin, neue Kunden von den Vorteilen ihres digitalen Vermögensmanagements zu überzeugen. Interessenten sollten sich aber zuvor eingehend informieren. Dazu hat das DFSI Deutsche Finanz-Service Institut die Robo-Advisors analysiert und deren Angebot bewertet. Die Ergebnisse gehen deutlich über ein rein performancegetriebenes Ranking hinaus.

