FOCUS-MONEY Heft 10/2026 Kreditkarten Corporate und Premiumkarten
Saubere Trennung von geschäftlichen und privaten Transaktionen, inkludierte Policen plus Flugmeilen: Darum sind heute Premium Cards und Corporate Cards so gefragt. Welche Kreditkarten aktuell erste Wahl sind
Ein Vorschlag, der sogar bei Wählern der Demokraten auf breite Zustimmung gestoßen ist: US-Präsident Donald Trump will die Zinsen auf Kreditkartenkäufe über einen Zeitraum von einem Jahr auf zehn Prozent deckeln. Damit wolle er nicht länger zulassen, dass die Banken in den USA die Kunden mit Zinsen von bis zu 30 Prozent dreist „abzocken“. Angesichts der Midterms am 3. November in den Staaten ist die Ansage ein kluger Schachzug von Trump, um Stimmen einzufangen. Zumal rund 74 Prozent der US-Bürger mindestens eine Kreditkarte haben. Und die dient den meisten Menschen in den USA als Hauptzahlungsmittel, so die Federal Reserve Bank of New York. In Deutschland hingegen verfügen zwar nur 15 Prozent der Inhaber von Kreditkarten über „echte“ Revolving Credit Cards, mit welchen sie fällige Beiträge in Raten zu horrenden Zinsen, verteilt über Monate, zurückzahlen können. Dennoch gehören Kartenzahlungen auch hierzulande – wie in den USA – „zur wichtigsten Form elektronischer Zahlungen“, schreibt die Bundesbank in ihrem Dezember-Bericht 2025. Wobei Debit Cards zwischen Flensburg und Garmisch den größten Anteil am Kreditkartenmarkt verzeichnen. Laut Bundesbank kletterte zwischen 2018 und 2024 die Zahl jährlicher Transaktionen mit diesen von 3,9 auf 10,9 Millionen. Die beliebteste „Debit“ hierzulande ist die Girocard: 8,3 Milliarden Bezahlvorgänge mit dieser Plastikkarte zählte Euro Kartensysteme 2025 – 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. 2024 wurden mit der Girocard rund 307 Milliarden Euro umgesetzt (s. Grafik S. 62). Debit Cards geben viele Geldhäuser oft zum Nulltarif zu ihren Girokonten dazu. Beim Einsatz der „Debit“ wird das Girokonto sofort belastet.
Buy now, pay later. Anders ist das bei den sogenannten Charge Cards. Bei dieser beliebten Kreditkartenvariante werden die einzelnen Zahlungen auf dem jeweiligen Kreditkartenkonto zunächst einmal gesammelt – und erst zu einem späteren Zeitpunkt beglichen. Der Karteninhaber erhält dabei meist nach vier Wochen eine Aufstellung über alle Belastungen und muss dann den gesamten Betrag auf einmal über sein Referenzkonto glattstellen.
Besondere Bedürfnisse. Eine spezielle Spielform der Charge Card ist die Firmenkreditkarte, auch Corporate Card genannt. Sie wird auf die jeweiligen Bedürfnisse der Betriebe zugeschnitten. Die jeweiligen Konditionen handeln die Unternehmen stets mit jener Bank aus, welche die Corporate Card emittiert. Firmenkreditkarten trennen immer sauber geschäftliche Transaktionen von privaten Ausgaben. „Die ,Corporates‘ erleichtern damit den Betrieben die Abrechnung von Reise- und Spesenquittungen ihrer Mitarbeiter und sorgen so in der Buchhaltung für eine transparente Aufgliederung der Ausgaben“, erklärt Sebastian Ewy, Fachmann beim Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) in Köln.
Welche Corporate und Premium Cards ihr Geld wert sind, hat das DFSI im aktuellen Kreditkarten-Test (s. Methodik S. 64/65) akribisch analysiert. Mit der Top-Note „Hervorragend“ wurden neun Karten bewertet (s. Tabellen S. 64/65). Nicht nur auf Geschäftsreisen, auch auf Privattrips spielen Kreditkarten als Zahlungsmittel eine immer größere Rolle, da diese fast überall rund um den Globus als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Egal ob im Hotel, im Supermarkt um die Ecke oder beim Abheben von Noten an der Cash-Maschine an der Strandpromenade. Hoch im Kurs stehen bei den Verbrauchern dabei jene Credit Cards, bei denen weltweit weder Abhebegebühren noch Fremdwährungsgebühren anfallen.

