FOCUS-MONEY Heft 34/2026 Zahnzusatzpolicen
ANALYSEN & TESTS 14.08.2026

FOCUS-MONEY Heft 34/2026 Zahnzusatzpolicen

Das DFSI Deutsches Finanz-Service Institut hat für FOCUS MONEY private Zahnzusatzpolicen für gesetzlich Krankenversicherte analysiert und bewertet. Die DFSI Ratings zeigen, welche Tarife die Lücke zwischen gesetzlichem Festzuschuss und tatsächlichen Kosten für Zahnersatz, Zahnbehandlung, professionelle Zahnreinigung und weitere Leistungen besonders gut schließen können. Untersucht wurden Tarife mit Komfort-, Premium- und Exklusiv-Schutz, jeweils mit und ohne Altersrückstellung.

Hochwertige Zahnbehandlungen und Zahnersatz können für gesetzlich Versicherte teuer werden, insbesondere wenn Brücken, Inlays, Implantate oder Keramikkronen nötig sind. Der Artikel zeigt zugleich, dass die gesetzliche Absicherung beim Zahnersatz künftig schwächer ausfällt: Ab 2027 soll der befundbezogene Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkassen von 60 auf 50 Prozent sinken. Auch der Bonus für ein lückenlos geführtes Bonusheft wird reduziert – nach fünf Jahren von 70 auf 60 Prozent und nach zehn Jahren von 75 auf 65 Prozent.

Für den Test fragte das DFSI bei 46 privaten Krankenversicherern aktuelle Daten zu Zahnzusatztarifen ab. Von 30 Versicherern erhielt das Institut aussagekräftige Angaben zu insgesamt 111 Tarifen und Tarifkombinationen. In die Auswertung flossen nur Kombinationstarife ein, die sowohl für Zahnersatz als auch für Zahnbehandlung leisten. Bewertet wurden 20 allgemeine Vertragsmerkmale sowie 47 Leistungsmerkmale, darunter Erstattungshöhe, Leistungsstaffeln, Wartezeiten, professionelle Zahnreinigung, Kieferorthopädie und Bleaching. Die Gesamtwertung setzt sich aus 70 Prozent Leistung, 20 Prozent Preis und zehn Prozent Finanzstärke zusammen.

Die Ergebnisse zeigen ein breites Feld leistungsstarker Tarife. In den drei Tarifgruppen Komfort-Schutz, Premium-Schutz und Exklusiv-Schutz erzielen insgesamt 25 Zahnpolicen die Gesamtnote „Hervorragend“. Im Exklusiv-Schutz erreichen unter anderem Allianz, AXA, Barmenia, DA Direkt, Debeka, DFV Deutsche Familienversicherung, die Bayerische, Münchener Verein, Nürnberger, SDK, WGV und Württembergische hervorragende Bewertungen. Im Premium-Schutz schneiden unter anderem Allianz, AXA, Barmenia, DA Direkt, die Bayerische, LKH, Stuttgarter und Württembergische hervorragend ab. Im Komfort-Schutz erreichen insbesondere Allianz und AXA die Bestnote.

Der Artikel verdeutlicht außerdem den Unterschied zwischen Tarifen mit und ohne Altersrückstellung. Bei Tarifen ohne Altersrückstellung bildet der Versicherer keine Rücklagen für steigende Kosten im Alter, wodurch die Beiträge mit zunehmendem Lebensalter stärker steigen können. Tarife mit Altersrückstellung sind dagegen langfristiger kalkuliert, weil ein Teil des Beitrags angelegt wird, um altersbedingte Beitragsanpassungen abzufedern. Von den insgesamt 25 hervorragend bewerteten Zahnpolicen entfallen 20 auf Tarife ohne Altersrückstellung und fünf auf Tarife mit Altersrückstellung.

Die DFSI Ratings machen deutlich, dass bei Zahnzusatzversicherungen nicht nur die Erstattungshöhe für Zahnersatz zählt. Entscheidend sind auch Leistungen für Zahnbehandlung, professionelle Zahnreinigung, Kieferorthopädie, Wartezeiten, Leistungsstaffeln in den ersten Vertragsjahren, Beitragshöhe in verschiedenen Altersgruppen, Finanzstärke des Versicherers und die Frage, ob ein Tarif mit oder ohne Altersrückstellung kalkuliert ist. Die Analyse bietet damit eine transparente Grundlage, um Zahnzusatzpolicen nach Leistungsniveau, Preis und langfristiger Beitragsentwicklung einzuordnen.

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