FOCUS-MONEY Heft 35/2026 Ambulante Zusatzversicherungen
Das DFSI Deutsches Finanz-Service Institut hat für FOCUS MONEY private ambulante Zusatzversicherungen analysiert. Die DFSI Ratings zeigen, welche Tarife gesetzlich Versicherten zusätzliche Leistungen bieten, etwa für Heilpraktiker, Naturheilverfahren, Sehhilfen, Hörhilfen, Vorsorge, Impfungen, Arzneimittel oder LASIK-Operationen. Gerade bei Augenlaser-Behandlungen, deren Kosten laut Artikel je nach Klinik zwischen 800 und 2.600 Euro pro Auge liegen können, kann eine passende Zusatzpolice finanzielle Entlastung schaffen.
Gesetzlich Versicherte müssen bestimmte ambulante Gesundheitsleistungen zunehmend selbst bezahlen. Der Artikel beschreibt, dass die gesetzlichen Krankenkassen ab 1. Januar 2027 homöopathische Leistungen vollständig aus ihrem Katalog freiwilliger Satzungsleistungen streichen müssen. Auch die Finanzierung homöopathischer und anthroposophischer Leistungen über Selektivverträge entfällt. Für Versicherte, die Heilpraktikerleistungen, Naturheilverfahren oder ergänzende Therapien nutzen möchten, werden solche Leistungen damit stärker zur Selbstzahlerfrage.
Für den Test wurden 23 Gesellschaften mit insgesamt 55 Tarifvarianten berücksichtigt. Das DFSI bewertete rund 70 Leistungsmerkmale und prüfte dabei nicht nur den Leistungsumfang, sondern auch Fairness und Kundenfreundlichkeit der Klauseln. Die Merkmale wurden in die Bereiche Allgemeine Bedingungen, Seh- und Hörhilfen, ambulante Naturheilverfahren, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen sowie weitere Bestandteile unterteilt. In der Gesamtbewertung wurden die Tarifleistungen mit 70 Prozent, der Preis mit 20 Prozent und die Finanzstärke des Versicherers mit zehn Prozent gewichtet.
Die Ergebnisse zeigen, dass nur wenige ambulante Zusatzpolicen die Bestnote „Hervorragend“ erreichen. Bei Tarifen mit Altersrückstellung schneiden AXA mit „MED Komfort-U“ und SIGNAL IDUNA mit „AmbulantPLUS“ hervorragend ab. Bei Tarifen ohne Altersrückstellung erhalten Barmenia mit „Mehr Gesundheit 2000 D + Mehr Sehen“, DA Direkt mit der „Krankenzusatzversicherung Premium Plus“ und Nürnberger mit „AMed, SuH, VORS“ die Top-Bewertung. Weitere Anbieter erreichen die Noten „Sehr Gut“ oder „Gut“.
Die DFSI Ratings machen deutlich, dass ambulante Zusatzversicherungen sehr genau geprüft werden sollten. Entscheidend sind nicht nur die Erstattungssätze für Heilpraktiker oder Sehhilfen, sondern auch Wartezeiten, Gesundheitsfragen, Leistungsgrenzen, Vorsorge- und Impfleistungen, Prämienhöhe und Finanzstärke des Versicherers. Zudem unterscheidet sich die langfristige Beitragsentwicklung je nachdem, ob ein Tarif mit oder ohne Altersrückstellung kalkuliert ist. Für gesetzlich Versicherte bietet die Analyse damit eine transparente Orientierung, welche ambulanten Zusatzpolicen ein ausgewogenes Verhältnis aus Leistung, Beitrag und langfristiger Kalkulierbarkeit bieten.

