FOCUS-MONEY Heft 35/2026 Stationäre Zusatzversicherungen
ANALYSEN & TESTS 21.08.2026

FOCUS-MONEY Heft 35/2026 Stationäre Zusatzversicherungen

Das DFSI Deutsches Finanz-Service Institut hat für FOCUS MONEY stationäre Zusatzversicherungen analysiert. Die DFSI Ratings vergleichen Tarife für Einbettzimmer und Zweibettzimmer, jeweils mit und ohne Altersrückstellung. Im Mittelpunkt stehen Leistungen wie Chefarztbehandlung, Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, Komfortleistungen, ambulante Operationen, Familienzimmer bei Entbindung, Rooming-in und Ersatz-Krankenhaustagegeld bei Verzicht auf Wahlleistungen.

Gesetzlich Versicherte erhalten im Krankenhaus eine medizinisch notwendige Versorgung, müssen besondere Wahlleistungen aber selbst bezahlen. Der Artikel macht deutlich, dass die gesetzlichen Krankenkassen weder Chefarztbehandlung noch Unterbringung im Einbett- oder Zweibettzimmer übernehmen. Gleichzeitig steht die Kliniklandschaft finanziell unter Druck: Im Zuge des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes sollen Krankenhäuser ab 2027 insgesamt 5,1 Milliarden Euro weniger erhalten. Laut Artikel warnen Branchenvertreter zudem vor steigenden Defiziten, Insolvenzrisiken und möglichen Belastungen für die stationäre Versorgung.

Für den Test wurden 27 Gesellschaften mit insgesamt 69 stationären Tarifvarianten berücksichtigt. Das DFSI bewertete rund 60 Leistungsmerkmale und prüfte dabei sowohl allgemeine Bedingungen als auch konkrete Leistungsmerkmale. Die Durchschnittsprämien wurden ins Verhältnis zur günstigsten Prämie und zur durchschnittlichen Prämienhöhe aller Tarife gesetzt. In der Gesamtwertung flossen die Tarifleistungen mit 70 Prozent, der Preis mit 20 Prozent und die Finanzstärke des Versicherers mit zehn Prozent ein.

Bei den Zweibettzimmer-Tarifen mit Altersrückstellung erreichen ARAG, Barmenia und SDK die Gesamtbewertung „Hervorragend“. Ohne Altersrückstellung schneiden ARAG, Barmenia und Württembergische hervorragend ab. Bei den Einbettzimmer-Tarifen mit Altersrückstellung erzielen Allianz und AXA die Bestnote. Ohne Altersrückstellung erreichen Allianz und die Bayerische die Bewertung „Hervorragend“. Weitere Anbieter werden je nach Tarifgruppe mit „Sehr Gut“ oder „Gut“ bewertet.

Der Artikel hebt außerdem den Unterschied zwischen Tarifen mit und ohne Altersrückstellung hervor. Tarife mit Altersrückstellung sind beim Einstieg meist teurer, sollen aber stärkere Beitragssprünge im Alter abfedern. Tarife ohne Altersrückstellung wirken anfangs oft günstiger, können mit zunehmendem Alter jedoch deutlich teurer werden. Beispielhaft nennt der Artikel den AXA-Tarif „Krankenhaus Premium Plus“ mit Altersrückstellung: Für 25-Jährige beträgt die Monatsprämie 29,53 Euro, bei einem Abschluss mit 45 Jahren bereits 43,26 Euro.

Die DFSI Ratings zeigen, dass stationäre Zusatzversicherungen nicht nur nach dem Wunsch nach Einbettzimmer oder Chefarztbehandlung ausgewählt werden sollten. Wichtig sind auch Erstattungshöhe, Wartezeiten, Gesundheitsfragen, Komfortleistungen, Rooming-in-Regelungen, Kostenübernahme bei ambulanten Operationen, Beitragsentwicklung und Finanzstärke des Versicherers. Die Analyse bietet damit eine strukturierte Grundlage, um stationäre Zusatzpolicen nach Leistungsniveau, Preis und langfristiger Kalkulierbarkeit einzuordnen.

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