FOCUS-MONEY Heft 32/2025 Geförderte Pflegeversicherung und Pflege-Kombi-Tarife
Um die finanzielle Lücke zwischen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den Ausgaben bei Pflegebedürftigkeit zumindest zu verkleinern, eignen sich die private, vom Staat subventionierte Förder-Pflege und ungeförderte Pflegetagegeld-Tarife. Welche Policen aktuell ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten
Der Bundesrechnungshof macht Druck: „Die Finanzlage muss zügig stabilisiert, die Reform der sozialen Pflegeversicherung in dieser Legislaturperiode endlich umgesetzt werden“, schrieben die obersten Finanzkontrolleure an den Haushaltsausschuss des Bundestags. Ohne tiefgreifende Reformen rechnet der Bundesrechnungshof in der gesetzlichen Pflege bis zum Jahr 2029 mit einer Finanzierungslücke von mehr als zwölf Milliarden Euro.
Mit den versprochenen Bundesdarlehen – 500 Millionen Euro für 2025 und 1,5 Milliarden Euro für 2026 – lässt sich die Schieflage nicht beheben. Selbst Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gibt offen zu, dass die Pflegeversicherung eine Teilkaskoversicherung bleiben wird. „Mehr zu versprechen, wäre unrealistisch.“ Deshalb raten Fachleute, den gesetzlichen Schutz möglichst mit einer privaten, kapitalgedeckten Pflegezusatzversicherung zu flankieren.
Neben statischen und flexiblen Pflegetagegeld-Tarifen ist vor allem für jüngere Zielgruppen eine derzeit durchaus passable Lösung die von Vater Staat mit immerhin 60 Euro jährlich bezuschusste „Förder-Pflege“. Gut zu wissen: Förder-Pflege-Tarife unterliegen einem Kontrahierungszwang, was heißt: Wer eine solche Police abschließen will, bekommt diese ohne eine vorherige Gesundheitsprüfung. Nachteilhaft ist beim Pflege-Bahr allerdings eine Karenzzeit von fünf Jahren, bevor Versicherte die vollen Leistungen aus dem Vertrag beziehen dürfen. Die Wartezeit entfällt zumindest bei vielen Verträgen bei Unfall des Kunden. Was noch aufstößt: Selbst als Pflegefall müssen Versicherte die Beiträge für den Pflege-Bahr weiterzahlen. Generell gilt: Um Geld aus der Förder-Pflege zu erhalten, müssen Versicherte
der jeweiligen Assekuranz unbedingt ein Attest vorlegen, dass die gesetzliche Pflege Leistungen übernimmt. Für FOCUS MONEY haben die Experten des Deutschen
Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln den aktuellen Markt für Förder-Pflege-Verträge gründlich gescannt – und die besten Kontrakte für Versicherte im Alter von 25, 35, 45 und 55 Jahren herausgefiltert.

